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Greco Bianco - Statti 2007

Bei der Rebsorte Greco Bianco handelt es sich um eine autochthone Sorte, welche in Süditalien angebaut wird und deren Ursprünge in Griechenland vermutet werden. Man nannte Sie früher auch ´Aphrodites Kelch´.
Im Zuge der immer stärkeren Konzentration auf die alten Reben der Regionen wird auch Greco Bianco wieder verstärkt in Kalabrien angebaut. Reinsortig, wie bei diesem Wein aus dem Hause Statti, findet man ihn aber relativ selten.

Ein wenig schüchternes aber vielfältiges Bouquet nach Zitrüsfrüchten, hier aber eher Orange. Auch mit einer frühlings-frischen floralen Note kann er aufwarten. Die sich noch bemerkbar machenden Würznoten, sowie eine ungewöhnlich frische grünliche Note runden dies ab, um zu guter Letzt noch mit ausgeprägte Nussarmonen aufzuwarten, ähnlich der Bittermandelnoten die oftmals bei Garganega (Soave) zu finden sind.
Im Mund ein mittlerer Körper, der Wein erfrischt durch seine knackige Säure und leicht grünliche Aromatik. Ab der Mitte dominieren dann die Bittermandelnoten, welche nicht jedermanns Sache sind. Für einen Süditaliener eine sehr runde Sache, auffällig die ungewöhnliche Frische. Kein sehr guter, aber doch ein ansprechender Wein, derr vor Allem durch seine Eigenständigkeit punktet und außerdem sehr gut animierte, ergo den Abend auch nicht überlebt hat.

Faires Preis-Leistung bei € 8,90

#ok #could #be #tried

Kalabrien - Zwischen Sohle und Spann des Stiefels

Kalabrien, mit seiner Hauptstadt Catanzaro, ist die südlichste Region des italienischen Festlands und bildet somit die Spitze des Stiefels. Im Norden an die Region Basilikata angrenzend, sowie südwestlich durch die Straße von Messina von Sizilien getrennt. Kalabrien ist fast durchwegs gebirgig, im Norden der Region mit dem mächtigen Massiv des Monte Pollino über das Sila - und das Serra - Gebirge, bis hin zum Aspromente im Süden, welches auch der südlicheste Ausläufer des Apennins ist. Die griechische Geschichte erzählt von steinzeitlichen Ansiedlungen der Enotrier, Buttrier, Italiker und Siluker, welche später durch die Griechen verdrängt wurden, bis sich später, nach dem zweiten punischen Krieg, die Römer ansiedelten. Danach folgten weitere Belagerungen durch Byzantiner, Araber und Normannen. Zwischen 1500 und 1800 n.Chr. wurde Kalabrien, wie Sizilien und der Rest Süditaliens, von den Aragoniern regiert.  Zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wanderte ein Drittel der Bevölkerung nach Amerika aus.
Kalabrien bietet traumhafte Voraussetzungen für einen schönen Urlaub. Es ist aber, wie alle sehr südlich liegenden Regionen, nicht annährend touristisch frequentiert wie die Mitte und der Norden des Landes.
Kalabrien verfügt über eine gut gehende Landwirtschaft. Orangenhaine, große Olivenplantagen und Weingärten prägen die Landschaft. Mit seinen über 300 Sonnentagen gehört Kalabrien zu den verwöhntesten Regionen Europas. Dies führt aufgrund des Wassermangels aber oftmals auch zu langen Dürreperioden in den küstennahen Gebieten. Der Kontrast hierzu sind die kalten und niederschlagsreichen Winter in den Bergregionen. Aufgrund der Nähe zur Messina Verwerfung kommt es im Süden Kalabriens des Öfteren zu seismischen Aktivitäten.

Der kalbrische Weinbau zählt zu den ältesten Europas. Eine Legende besagt, dass kalabrische Athleten der Magna Grecia, so wurde das süditaliensiche Gebiet zu dieser Zeit genannt, welche von einer der ersten Olympiaden siegreich heimkehrten, mit dem Krimisa gefeiert wurden. Ein Wein aus der heute bekanntesten Apellation Kalabriens, rund um die Stadt Cirò. Eine Weinbanbaugebiet mit einer somit Jahrtausende alten Geschichte.

Die Abaufläche beläuft sich auf ca. 28.000 ha. mit einer Jahresproduktion von ca. 700.000 hl.  Ca. 7,5 % der Prodution beläuft sich auf DOC Weine.

Im Vergleich zu Apulien oder Sizilien sind das nur ca. 10 % der Mengen, welche aber auf einem Viertel der Fläche wachsen. Auch der prozentuale Anteil der DOC Weine ist im Vergleich zu den nahen Regionen ca. doppelt so hoch.

DOC Weine
Bivongi, Cirò, Donnici, Greco di Bianco, Lamezia, Melissa, Pollino, San Vito di Luzzi, Sant´Anna di Isola Capo Rizzuto, San Vito di Luzzi, Savuto, Scavigna, Verbicaro

Gute Erzeuger
Caparra & Siciliani, Enotria,, Fattoria San Francesco, Ippolito, Librandi, Kuigi Viola, Vivacqua, Odoardo, Serracavallo, Statti

Verkosten werde ich die Tage einen Weißwein aus der autochthonen Rebsorte Greco Bianco.

Ultra Blind Best Bottle Party Volume 2


Mit meinen besten Freunden verbinden mich nicht nur Jahrzehnte lange Freundschaften, welche zum Teil bis in die Grundschule zurück reichen, sondern auch die Leidenschaft für gutes Essen, aber vor Allem der Spaß am Feiern. Da die Jungs aber nicht annähernd so weinverrückt sind wie der der Don, habe ich mir letztes Jahr ein Event ausgedacht um dies ein wenig zu ändern. Die sogenannte Ultra Blind Best Bottle Party. Ultra, weil es bei uns immer Ultra abgeht :-). Jeder bringt 2 Flaschen Wein mit, Preis beginnend ab € 15,-. Diese werden dann verhüllt und blind durchprobiert. Am Ende wird das Scoring ausgewertet und der Gewinner, also die Ultra Best Bottle, steht fest.



Es war wieder ein grandioser Abend mit viel Spaß und guten Weinen. Hier die Aufstellung nach Ranking mit kurzen Notizen und dem Durchschnittspunktewert, sowie Einkaufspreis.

Platz 1:
Cordero di Montezemolo Barbera d´Alba  Superiore ´Funtani´ 1999
Kirsche, Veilchen,  kaum Holz, animierende Säure. elegant, noch aktive Tannine, Auf dem Punkt, perfekt gereift und echt ein geiler Wein !
91,2 P.  € 23,20

Platz 2:
Aalto , Bodegas Aalto 2006
komplexe Nase, viel Tabak, , extrem jung, dominantes Holz, viel zu jung, aber mächtig Potential
91 P. € 32,90


Platz 3:
Turriga, Cantine Argiolas, 2001
Mate Tee, Marzipan, eher schüchterne Nase, kompakt am Gaumen, hinten raus leicht trocknend
89,2 P. € 45,-

Platz 4:
Oscar Tobia Reserva, Bodegas Tobia, 2005
viel Holz, Kirsche, Waldbeeren, erdig, sehr süßliche Frucht, Alk präsent, gute Länge, braucht noch Zeit

88,6 P. € 22,90

Platz 5:
Farnito Cabernet Sauvignon, Carpineto, 2004
animalische, Kuhstall, mächtig, schon angenehm reif wirkend, gute Länge
88,6 P. € 18,95

Platz 6:
Brolio Chianti Classico, Barone Ricasoli, 2006
elegant, rotbeerig, jung, weich, frische Säure, Tannine sehr präsent, sehr rundes Gesamtpacket.
88,2 P. € 17,-

Platz 7:
Kaiken Ultra Cabernet Sauvignon, Montes, 2006
medizinisch, schwefelig, für mich sehr unharmonisch.
87,8 P. € 13,-

Platz 8:
Noa, Cusumano, 2005
Holz, Tabak, dunkle Früchte, süditalienisch, recht brandig, wirkt sehr ungestüm, hinten raus aber eher flach
87,6 P. € 19,90

Platz 9:
Celeste Crianza, Torres, 2006
Vanille, Lakritz, Schokolade, sehr mainstreaming rund, leicht bitter hinten raus, aber echt lecker !!
87 P. € 14,80

Platz 10:
Brunello di Montalcino , Nardi, 2004
Das Zeug ging ja mal gar nicht, überlste Plörre, Säure pur, am nächsten Tag dann erst bemerkt,  KORK !
81,4 P. € 29,90

Twitterweinverkostung #twv 6.2 Spätburgunder trocken im Barrique gereift 2007- Karlo Dillmann

Seit dem Start der #twv, im Oktober 2009, ist nun mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Am letzten Montag hatten wir somit die 12te #twv, das Duzend ist voll. Zeit für ein kleines Resümee.

Ich freue mich wirklich, dass die #twv sich so etabliert hat und konstant viele Teilnehmer anzieht. Mir machen diese allmonatlichen Treffs mit Gleichgesinnten immer noch sehr viel Spaß und ich hoffe, dass dies noch lange so weitergeht. Der Kalender für das 2010 ist schon seit langem ausgebucht, wir haben also genug Futter für unseren Web-Weinstammtisch. Es sind einige sehr interessante Anbieter und bekannte Namen dabei, lasst euch überraschen.

Ich  möchte es auch nicht missen mich an dieser Stelle bei all den Anbietern für das Schnüren der Pakete  zu bedanken. Ich denke es haben größtenteils beide Parteien, die #twv´ler, sowie die Händler und Winzer davon profitiert, auch wenn der eine oder andere Wein nicht so ganz überzeugen konnte.

So nun zum zweiten Wein aus dem Paket Nr.6. Es handelte sich hierbei um einen Barrique gereiften Spätburgunder aus dem Rheingau vom Weingut Dillmann, mir,  bis zu einem sympathischen Telefonat mit Karlo Dillmann im Vorfeld, noch kein Begriff.
Den Wein habe ich ca. 3 Stunden vorher geöffnet und karaffiert. An mangelnder Luft hat es ihm also sicher nicht gefehlt.
Neben Aromen von Erdbeeren und Himbeeren dominierten zwei Komponenten ganz klar das Bouquet, nämlich Holz und Alkohol. Diese überdeckten leider die Frucht in einem Ausmaß, welches im Verlauf des Abends beim Gros der Teilnehmer, inklusive mir, keinen wirklichen Trinkspaß aufkommen lassen wollte. Im Mund eher schlank und mit wenig Extrakt, setzte sich dies dann fort. Viel Holz, viel Brandigkeit.
Ein später Einwurf des Winzers, dass der Wein noch 2 Jahre benötige, half uns am Montag leider auch nicht weiter. Dann hätte man einen anderen, früheren Jahrgang zur #twv versenden müssen. Nun gut, nach zwei, drei Gläsern habe ich das Teil dann verräumt und gestern Abend nochmal  nachverkostet. Die Frucht in der Nase war noch schwächer, aber auch das Holz war nicht mehr so dominant. Dafür hatte sich Aceton dazu gesellt. Im Mund war der Wein ein wenig runder und besser trinkbar als am Montag. Die prognostizierte Entwicklung hat sich aber nicht eingestellt. Bei Leibe kein schlechter Wein, aber das Zeug hat einfach zu viel Holz gesehen und 14 % sind bei zu schwachem Gegengewicht in Form von Frucht und Extrakt einfach zu viel. Gerne verkoste ich in 2 Jahren nochmal nach, wenn der Winzer dann noch was hat, und lasse mich eines Besseren belehren.

Da der März dieses Jahr 5 Wochen hat, gibt es eine 4wöchige #twv Pause. Die Rufe nach Nicht-Spätburgunder waren am Montag nicht zu überhören und im April gibt es ein spanisches Paket von amadoro.de. Hier der Link zur Bestellung:

#twv Twitterweinverkostung - Paket 7  Espana !

Links:

Der Weinspion zur #twv 6.2

Rosso del Balzo IGT - Lagala 2005

Momentan ist der Begriff Slow Wine, bzw. langsame Weine in aller Munde. Hier mal ein Beispiel, dass zu langes Warten auch in die Hose gehen kann.
Die Rebsorte Aglianico, auch genannt die Nebbiolo des Südens, hat eigentlich aufgrund Ihres immensen Tanningehalts beste Voraussetzungen für eine lange Reife, bzw. diese ist oftmals auch von Nöten.
Nun hat dieser im Stahltank ausgebaute, unfiltrierte Wein, sein beste Zeit leider schon gesehen. Im Geruch sind zwar die typischen pflaumigen, animalischen Noten der Aglianico noch zu vernehmen, im Mund aber ist der Wein schon tot, einzig haben die Tannine haben überlebt, leider.
Ein (seltener) Fall für den Ausguß.

Ich habe mir den Freitag Abend dann mit einem pfälzer Riesling versüßt.

Basilikata - Monte Vulture und Aglianico


Die Region Basilikata, mit ihrer Hauptstadt Potenza, gehört wohl zu den am wenigsten bekannten Regionen Italiens. Sie liegt an der Sohle des italienischen Stiefels und ist umgeben von den Regionen Kampanien, Kalabrien und Apulien. Es besitzt jeweils nur einen schmalen Zugang zum Thyrrhenischen, sowie dem Ionischen Meer. Die Region wurde bis in die byzantinische Zeit Lukanien genannt. Benannt nach dem Volksstamm der Lukanier, welche als erste Bewohner vermutet werden. Durch die südlichen Ausläufer des Apennins ist die Basilikata eine überwiegende bergige, hügelige Region. Nördlich der Hauptstadt Potenza erhebt sich das kegelförmige  Vulture Massiv, welches vulkanischen Ursprungs ist. Seismische Aktivitäten sind in diesem Gebiet nicht selten.

Kulturell und landschaftlich hat die Basilikata nicht die herausragenden Highlights wie andere italienische Gebiete.  Sie  gehört außerdem zu den ärmsten Regionen Italiens und in der Landwirtschaft nimmt die Viehzucht den wichtigsten Status ein. Durch die Lage und den Mangel an Küstenabschnitten und Stränden, spielt der Tourismus in der Basilikata eine untergeordnete Rolle und auch die Arbeitslosenzahlen sind sehr hoch.
Natürlich wird auch Wein angebaut, wenn auch nicht in dem Ausmaß manch angrenzender Region. Hauptanbauzone  ist der Bereich des oben erwähnten Monte Vulture. Von dort kommt auch der einzige überregional bekannte Wein der Basilikata, der Aglianico del Vulture.

Die Basilikata hat ein abwechslungsreiches Klima. Zu den Küsten hin klar mediterran, hat es im Landesinneren  und im Gebirge typisch kontinentales Klima. Die Bergregion im Norden ist eine recht zuverlässige Wintersportgegend für Touristen aus Rom und dem Süden Italiens. Die durch die Bergregion beeinflussten, hohen Niederschlagsmengen, sowie deren Unregelmäßigkeit sind oftmals Auslöser für verheerende Hochwasser in der Region.

Die Anbaufläche beläuft sich auf  ca. 10.800 ha, mit einer Jahresproduktion von ca. 525.000 hl. Nur ca. 3 % der Produtkion entfallen auf DOC Weine.

DOC Weine
Aglianico del Vulture, Terre dell´Alta Val d´Agri

Gute Erzeuger:
Basilisco, Cantina die Venisa, D´Angelo, Elena Fucci, Armando Martino, Paternoster, Terre degli Svevi etc.

Verkosten werde ich die Tage natürlich einen Wein aus der Rebsorte Aglianico.

Twitterweinverkostung #twv 6.1 Dreamweaver Riesling trocken - werk2

Deutschland, Montag Abend 20:30 Uhr, es war wieder an der Zeit für die Twitterweinverkostung #twv. Nach dem interaktiven Feuerwerk von Patrick Johner im Februar,  verlief die #twv gestern Abend wieder ganz ´normal´ und recht entspannt.
Der Wein kam diesmal aus dem Rheingau, ein trockener Riesling mit Namen Dreamweaver vom Nebenerwerbswinzer Hans-Joachim Klose alias werk2 aus dem Jahrgang 2008.

Um es gleich zu Beginn zu sagen, der Wein polarisierte ungemein. Das lag fast ausschließlich an der wirklich knackigen Säure. Der Wein präsentierte sich goldig gelb einladend. In der Nase kräutrige Noten, Pfirsich, sowie Zitrunsnoten. Einige Kollegen fanden auch Litschi. Ein wenig ätherischen Noten, sowie leicht schwefelig. Das Bouquet kam durchwegs gut an und so manch einer hätte den Wein weggeschnüffelt, wenn dies möglich gewesen wäre. Im Mund der kontrastierte zweite Auftritt des Dreamweaver. Die schon erwähnte Säure war für einige Mittrinker wohl einen Tick zuviel des Guten. Ich persönlich bin bekennender Trockentrinker und auch einem höheren Säuregehalt alles andere als abgeneigt. Es wurde das mangelnde Gegengewicht, in Form zu geringer Restsüße, bemängelt, obwohl das Teil m.E. mit über 5 Gramm mehr als genug davon hat :-) Das Spannende an Dreamweaver war, dass sich die Aromatik im Mund nicht widerspiegelte, denn dort dominierte aromatisch ein grüner Apfel. Der Wein endete in einem doch recht langem Finish.Ein Tropfen, der aufgrund seiner gewissen Kargheit und Kantigkeit am Gaumen, gepaart mit knackiger Säure, nicht Jedermanns Fall war. Ich persönlich mag das und kann sowas auch ohne ´Puffer´ in größeren Dosen problemlos konsumieren.

Nächste Woche geht es weiter mit dem Spätburgunder Barrique aus 2007 von Karlo Dillmann.

Links:

Der Weinspion zur #twv 6.1
Marco Datini zur #twv 6.1

St.Antony Pre-Tasting Bodenschatz & Rosè 2009

Vor einiger Zeit lud das rheinhessische Weingut St.Antony, Twitterer, Facebooker und Blogger dazu ein, zwei Ihrer Basisweine, vor dem offiziellen Verkaufsstart,  kostenlos als Pre-Tasting Paket zu ordern,  um die Weine dann zu verkosten umd via Twitter, Facebook oder Blogs darüber zu schreiben.
Die Idee hat mich sofort begeistert. Nicht aus dem Grund weil man hier ´kostenlos´ zwei Weine abgreifen konnten, sondern die Art wie hier Web 2.0 als Marketinginstrument genutzt wird und den ´Schneid´sich der Kritik von WeinOnlinern, mit frisch abgefüllten, sehr jungen Weinen, zu stellen. Meinen Respekt an St.Antony für diese Aktion, Networking vom Feinsten, so macht mir das Spaß !
Ich habe die Weine über die letzten 3 Tage verkostet, hier mein Resümee:

Bodenschatz Riesling trocken 2009
 Die Nase des Bodenschatz ist geprägt durch dominanten Duft nach Pfirsich und etwas wie Orange / Mandarine. Am ersten Tag fand ich dies auch ein wenig aufdringlich. Der Wein ist auch nicht ganz trocken und am ersten Tag war das ehrlich gesagt nicht so wirklich mein Ding. Man merkte dem Wein sofort an, dass er eigentlich noch viel zu jung ist um getrunken zu werden. Die Hefenoten sich noch sehr hef(t)ig. Eine herbe Frucht am Gaumen, sowie  Bitternote waren auch präsent. Der Bodenschatz hat relativ wenig Säure, ein Hauch Mineralik war schon auszumachen. Das Teil kam nach einigen Schlücken gleich wieder in den Kühlschrank und siehe da, über die den nächsten beiden Tage entwickelte sich der Bodenschatz zu einem harmonischen, guten Riesling, der sich innerhalb dieser Zeit schön gerundet hat. Es ist somit klar anzeigt, das Teil auf jeden Fall erstmal ein wenig weg zu legen.

Rosè trocken 2009
Anhand von nicht wenig Kohlensäure konnte auch er seine Jugend nicht verheimlichen. Auch die Nase kam noch ein wenig obstig/mostig daher, die Frucht durftet schön nach Erdbeeren und Himbeeren .Wiederum kommt die Hefe noch stark durch. Der Wein ist wesentlich weniger fruchtbetont, hat mehr Säure und wirkt dadurch erheblich frischer als der Bodenschatz. Eine Bitternote ist auch hier auszumachen. Im Nachgang sind hier auch deutlich Gerbstoffe zu finden. Jetzt schon ein guter Sommerwein, bei dem Frühlingsgefühle aufkommen. Der Wein hat sich am zweiten Tag von seiner besten Seite gezeigt. Er war um einiges runder und das mostig / hefige war so gut wie verschwunden. Da am dritten Tag schon leicht abbauend, ist hier ein Genuß nach einer kurzen Ruhephase angezeigt.

Den Bodenschatz würde ich erst 2011 anfassen, den Rosé schon in Sommer  2010 genießen. Beides gute Basisweine, die aber  noch ein wenig Ruhe auf der Flasche benötigen.

Hier können die Weine bestellt werden:

Weingut St.Antony

Nerello Mascalese - Di Giovanna IGT 2007 Bio

Nerello Mascalese, einer der alten autochthonen Rebsorten Siziliens stand heute auf dem Programm. Schon im Glas erkennt man, dass es sich bei diesem Wein nicht um eine dieser überreif geernteten süditalienischen Rumtopfbomben handelt. Das stimmt mich schon mal zuversichtlich.
Expressive Nase nach frisch gepflückten Brombeeren und Himbeeren. Das Holz ist gut eingebunden und durch Röstaromen komplettierend. Dazu kommen noch Marzipan, Lakritze und Granatapfel. Irgendwo im Hintergrund finde ich noch was von ausgetragenen Adidas Trophy, ein Geruch der sich in den 80ern in meinem Hirn manifestiert hat :-). Die Aromatik erinnnert mich ein wenig an Uva di Troia.
Beim Trinken knallt im ersten Moment die wirklich ungewöhnlich knackige Säure gegen den Gaumen. Der optisch avisierte, schlanke Körper spiegelt sich im Mund wieder, wirklich recht wenig Extrakt. Das ist schon mal recht ansprechend, wäre da nicht der zu präsente Alkohol. Die Tannine trocknen schon ab der Mitte zu sehr aus. Entgegen seiner Statur ein wirklich kräftiger Wein, dessen Brandigkeit mich aber ein wenig stört. Mit zunehmender Luft harmonisiert sich das ganze zwar ein wenig, aber so richtig Spaß kommt nicht auf. Die zunehmende Temperatur steht im auch keineswegs, er wird leider immer schwerfälliger.
Ein Wein den ich blind, aufgrund der auffälligen Säure, nie nach Sizilien gesteckt hätte. Entweder hätten die Trauben noch einige Zeit hängen sollen (aber 14 % Alk reichen) oder man hat es mit dem Aufsäuern übertrieben ???

#interesting # but #nothing #special

Mission Bordeaux - Entdeckung auf 30.000 Fuß

Angeregt durch die Aktion ´Mission Bordeaux´von Uli Kutting alias Weinspion möchte ich heute von einem Wein aus dem Medoc berichten.
Nach einer anstrengenden Woche in China stand der Rückflug von Hong Kong nach Frankfurt an. Nach einem ausgedehnten Dinner im Steak House mit kalifornischem Cabernet Sauvignon, habe ich die Weinkarte der Cathay Pacific Lounge ´durchprobiert´, wo aber nichts dabei war, was wirklich gerockt hat. Entsprechend bedient und müde ging der der Nachtflug gegen. 23.30 Uhr in HKG ab. Nach dem Studium der Menü / Weinkarte des Fliegers beschloss ich, noch einen ´Nachttrunk´ zu mir zu nehmen und dann aber finito. Die Wahl viel auf den roten ´Hauswein´der Fluggesellschaft Cathay Pacific:
Vieux Château Landon , Cru Bourgeois 2005 
Und dies war der erste und einzige Wein an diesem Tag der mich wirklich gekickt hat. Trotz der mehr als ungünstigen Voraussetzungen auf  über 10.000 Meter Höhe, konnte er mich vollends überzeugen. Intensives sehr angenehmes rotbeerig, vanilliges Bouquet mit ausreichend Druck am Gaumen und der Balance eines Hochseilartisten. Da habe ich mir doch glatt noch ein Gläschen bei der sehr freundlichen Flugbegleiterin geordert und der lange Flug war dann auch sehr relaxt.
Wie ich nach meiner Ankunft recherchieren konnte, kauft die Cathay Pacific den Großteil der Produktion des Vieux Chateau Landon auf. Ich konnte aber zwei Händler in Deutschland finden, bei welchen ich umgehend einige Flaschen des 2005er geordert und eingelagert habe. Ich bin gespannt wie sich dieser Tropfen die nächsten Jahre entwickelt. 
Ein Medoc Wein unter € 20,-, bei dem das Preis-Leistungverhältnis wirklich stimmt.

#buy #hold

Impressum

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Simon Atzei
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